Aus dem Kaffesatz gelesen – eine Web-Sinnsuche

Ich bin spät dran mit meiner Jahresrückschau. Das Zurückblicken ist jedoch eh meine Sache nicht. Ich bin immer voller Erwartung und Hoffnung auf das, was kommen wird. Und vergesse gern das nicht so gut Geratene. Trotzdem. Wie war 2014? Und vor allem, wie wird 2015?

2014 – Chaotisch. Im Aufbruch. Beunruhigend.

So hat sich für mich 2014 die Webwelt angefühlt. War Responsive Webdesign das Buzzword schon der letzten 2 Jahre, so fliegen uns die damit verbundenen Möglichkeiten und Neuerungen nun nur so um die Ohren. Ein neues geflügeltes Wort schwirrt umher  – das Internet der Dinge. Websites sind nur noch ein kleiner Teil dessen, wie wir das Internet erleben. Der PC als Gerät verschwindet mehr und mehr, stattdessen ist der Computer in immer kleiner werdenden Einheiten eingebettet und wird uns bald im Allltag auf Tritt und Schritt begleiten. Eine durchaus auch Angst machende Erscheinung.

Sich neu erfinden.

Das ist es, was mich immer wieder beschäftigte: Du musst dein Webdesigner-Leben ändern!
Zunächst weiterhin Responsive Webdesign. Der Worklflow von gestern – ein Webdesign in Photoshop zu designen und danach pixelgenau umszusetzen – ist längst passé. Das wissen alle, trotzdem fällt es immer noch schwer, genau so zu arbeiten und auch den Kunden in diese neue Arbeitsweise abzuholen. Sehr schön erklärt Patrick Lobacher den angesagten Workflow . Nicht erschrecken lassen von seinem provokanten Statement – „Design war schon immer eine Lüge“. Da ist auch die Rede von Atomic Webdesign – bedeutet, dass eine Website in seine kleinsten Einzelteile, wie Überschriften h1, h2, h3 …, Absätze, Aufzählungen usw. zerlegt wird und man diese Einzelteile designt und dann die jeweils größeren Einheiten betrachtet und zusammensetzt (Atome, Moleküle, Organismen, Templates, Pages/Seiten). Geschuldet ist dieser Ansatz der Tatsache, dass ein Webdesign auf verschiedenen Endgeräten betrachtet, so es in Responsive Design umgesetzt ist, in kleinere Einheiten / Module ‚zerfliegt‘ und man eigentlich ein gutes Design nur noch hinbekommt, wenn man diese kleinen Einheiten betrachtet. Die Herausforderung bleibt, in allen Modulgrößen ein vernünftiges Design zu erhalten und darin eine Linie wiedererkennen zu können – ein Design, das auf allen Größen wiedererkennbar bleibt.

Pionierarbeit.

Man versucht ein Design-SYSTEM zu erfinden.  Sind die verspielten Zeiten für Webdesign endgültig vorbei? Ist das nur eine vorübergehende Erscheinung, Design in Systeme zu pressen? Gibt es schon Techniken und Tools, die den Designern wieder ihre kreative Freiheit zurückgeben?  Mal ganz ehrlich, die Slider-Manie der letzten Jahre, gehört doch wirklich beendet!

Auf kleinen, handlichen und daher beliebten Endgeräten wie den Smart Phones müssen komplexe Inhalte dargestellt werden. Reduktion ohne inhaltlich zu verlieren. Icons – am besten im SVG-Format – wachsen wie Pilze aus dem Boden. Flat Design. Gute Information Architecture ist gefragt. Inhalte strukturieren, immer wieder ordnen. Es gibt viel zu tun.

Hallo 2015

Mein Fazit: Künftig viel mehr beschäftigen werden mich User Interface Design, Icon Design, Information Architecture.

Und und ehe ich es vergesse – mein Vorsatz für 2015 (musste sehr lachen über den Satz meiner Webdesigner-Kollegin Martina Rüdiger : „Für das neue Jahr habe ich mir Haupt- und Nebensätze vorgenommen. Vorsätze sind was für Esoteriker“):

Mehr Schreiben, ob im Tagebuch, Blog oder anderswo. Dabei kann ich den AnSATZ von Stefan Sagmeister sehr empfehlen: Jeden Tag 3 positive Dinge aus deinem (Berufs-)Leben notieren. Baut auf. Und der Rückblick fällt dann doch viel positiver aus als gedacht. Auch die schönen Momente verdrängt oder vergisst der Gehirnskasten (schönes Wort, dass ich irgendwie von meinem Vater übernommen haben muss).

Beim Schreiben wird für mich selbst vieles deutlicher, ich erkläre Dinge zuerst mir, dann auch meinen Lesern. Einmal Aufgeschriebenes kann ich dann auch besser mündlich anderen erklären.

Beim Schreiben dieses Beitrags sind einige Sätze zusammen gekommen 😉
Vorsatz, Ansatz, Hauptsatz, Nebensatz, Kaffeesatz  – Satz, Spiel und Sieg (über den inneren Schweinehund)

Foto: © fraismedia fotolia

 

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