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Information Architecture (IA): Ordnung in das Chaos bringen

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Information Architecture  – eine neue Zauberformel?

Unsere Welt wird immer komplexer. Immer mehr Informationen stürzen auf uns aus zahlreichen Kanälen ein und überfluten uns förmlich. Das Verlangen nach Ordnung wächst entsprechend. Welche Wege finden wir, um all diese Informationen einordnen, verstehen und die richtigen Schlussfolgerungen ziehen zu können? Abby Covert ist mein Held, wenn es um IA geht. Ihre Texte, Skizzen und Slideshows finde ich inspirierend und eine Lektion in Sachen Klarheit und Dinge einfach erklären. Dieser Beitrag enthält zum großen Teil Übersetzungen ihrer Texte.

Was genau ist Information Architecture?

Information Architecture bildet Strukturen, die es ermöglichen, dass wir gesuchte Informationen auf einfache Weise finden und verstehen.
Auf eine Website, eine App, oder einen Webshop übertragen heißt das: Wenn ich schnell finde, was ich suche und auf Anhieb verstehe, was gemeint ist, stimmt die Information Architecture. Die Inhalte einer Website zu strukturieren, erscheint auf den ersten Blick einfach. Doch gerade bei umfangreicheren, komplexen Projekten – hat man erst einmal alle Texte, Zielgruppen, Materialien, gewünschte Funktionalitäten, Zielstellungen usw. untersucht und Unvereinbarkeiten entdeckt – stößt man schnell an die Grenzen. Klarheit, Verständlichkeit und Auffindbarkeit von Informationen können schnell auf der Strecke bleiben.
IA ist das Informations-Rückgrat einer Website.
IA beinhaltet 2 Hauptkomponenten:
  • Identifizierung und Festlegung von Inhalten und Funktionalitäten einer Website
  • Organisation, Sruktur und Namensgebung, die die Beziehungen zwischen den Inhalten und Funktionalitäten definieren
Nach Jeniffer Cardello ist die IA ist NICHT Bestandteil des on-screen User Interface (UI). Vielmehr wird das UI durch die IA bestimmt. Die IA wird in Tabellen, Organigrammen, Sitemaps dokumentiert, NICHT in Wireframes, Layoutentwürfen oder Prototypen. IA Organigramm Auch wenn die IA selbst im UI nicht sichtbar ist, so hat sie einen wesentlichen Einfluss auf die User Experience (UE). Der User kann die Struktur einer Website nicht direkt sehen. Aber er sollte das Gefühl haben, dass Inhalte auf eine Art und Weise unterteilt und miteinander verbunden sind, die seinen Bedürfnissen und Erwartungen entsprechen. In Wirklichkeit verlassen User viele Sites enttäuscht, weil Content und Funktionalitäten unzureichend organisiert, strukturiert sind und(oder)Bezeichnungen unverständlich bleiben. Für die Erarbeitung einer IA sind folgende Arbeiten wichtig:
  • Content Inventur: Untersuchung einer Website hinsichtlich Lokalisierung und Feststellung vorhandener Inhalte
  • Content Prüfung: Evaluierung der Inhalte hinsichtlich Nützlichkeit, Genauigkeit, Stimmigkeit, Wirksamkeit
  • Gruppierung von Informationen: Festlegung von Beziehungen innerhalb des Contents in Bezug auf die Nutzer-Zielgruppe
  • Entwicklung von Taxonomien: Festlegung von standardisierten Namenskonventionen (Kontrolle des Vokabulars), die auf die gesamte Site angewendet werden
  • Beschreibungen von Information: Festlegung geeigneter Metadaten, die zur Bildung von Linklisten oder anderen Navigationskomponenten herangezogen werden können

Was ist nun die Navigation einer Website?

Die Navigation beinhaltet die Elemente im User Interface, die es dem User ermöglichen, bestimmte Informationen auf der Website zu erreichen. Sie besteht aus Interface Komponenten. Das Hauptziel der Navigation besteht darin, Nutzern zu helfen, Informationen zu finden und sie zu ermutigen, bestimmte Aktionen auszuführen. Dazu gheören z.B. die globale Navigation, Top oder Utitlity Navigation, Unternavigationen, die Breadcrumb Navigation, Filter, Tabs, Footer Navigation usw. Für jede Navigationskomponente muss eine Reihe von Entscheidungen getroffen werden:
  • Usage Priorität: Inwiefern werden User diese Navigationskomponente bevorzugen?
  • Platzierung: Auf welchen Seiten sollen die Navigationskomponenten platziert werden? Und wo innerhalb des Layout-Grids (oben, links, rechts, unten)?
  • Art: Welche Design-Art unterstützt am besten die Auffindbarkeit – Tabs, Megamenus, Carousels, Accordions usw.

Beziehung zwischen IA und Navigation

Kann der Designer bei Beginn der Entwickung eines Website-Designs IA ignorieren und sich auf die Navigation konzentrieren? Nein – ein großer Fehler. Das wäre unrationell und könnte negative Folgen haben. Eine Navigation, die nicht den vollen Umfang der Inhalte (Content) und Funktionalitäten umfasst, kann sehr viel Zeit und Geld rauben. Angenommen ein Designer-Team entscheidet sich für eine Navigation mit Top-Navigation und vertikaler Seitennavigation, weil sie diese Art schön finden. Eine Seitennavigation kann nicht mehr als 4 Unterebenen beinhalten. Leider stellt sich später heraus, dass die Inhalte viele Kategorien enthalten, die mehr als 4 Ebenen benötigen. An der Stelle muss dann entweder eine neue Navigation designt werden oder die Inhalte müssen in die 4 Ebenen gepresst werden.
Zuerst IA, dann Navigation
Zu Beginn eines Design- oder Relaunch-Projekts muss deshalb zuerst unter die Haube geschaut werden und die IA definiert oder re-definiert werden. Dabei muss die IA nicht vor der Phase der Erstellung von Wireframes und Prototypen endgültig festgelegt werden. Man sollte jedoch Umfang und Komplexität des Projekts erkannt und im Blick haben können. Entscheidungen über Art und Weise von Navigationskomponenten nur auf der Basis von Designfragen können dazu führen, an einer vermeintlich idealen IA hin und her zu ändern, die dann schließlich den User Bedürfnissen nicht entspricht und nicht wirklich alle Inhalte unterbringen kann.
IA setzt zu Projektbeginn an.

Thesen zu IA

„Information Architecture ist immer da. Man kann IA nicht entfernen oder hinzufügen. Man kann nur versuchen, die Information Architecture in Hinblick auf die gesetzten Ziele zu optimieren.“ Abby Covert
Das Chaos beschreiben Die Ziele definieren Die Grenzen ausloten Die Marschrichtung festlegen Die Ressourcen beziffern Mit Strukturen experimentieren In eine Form bringen „What do you mean“ ein Buch von Abby Covert im Video vorgestellt. Information ist keine Modeerscheinung. Es ist keine Erfindung der Informationsgesellschaft. Als Konzept ist Information so alt wie Sprache und das Zusammearbeiten von Menschen. Information ist keine Sache. Information ist subjektiv, nicht objektiv. Es ist DAS, was jemand aus einer Anordnung oder Abfolge von erlebten Dingen interpretiert. Während wir Dinge beliebig anordnen können – je nach dem, welche Information wir kommunizieren wollen – können wir Information an sich nicht „herstellen“. Wir sitzen nicht am Strand und beobachten, wie das Informationszeitalter auf uns zurollt. Wir stecken bereits bis zum Hals mittendrin. Wir wollen in dieser neuen Welt erfolgreich sein. Wir müssen Informationen als nützliches Material betrachten und lernen, sie so aufzubereiten, dass sie uns für für unsere Ziele nützlich sind. Quellen Dieser Text bezieht sich auf Artikel von Abby Covert, Jeniffer Cardello und Pierre Croft in Smashing Magazine.
Susanne

Autor: Susanne

Als Web- und Grafikdesignerin bin ich immer auf der Suche nach Inspiration und neuen Ideen. Ich surfe im Internet und finde interessante Seiten. Besonders schöne Websites und aktuelle eigene Web-Projekte stelle ich hier kurz vor.

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